Ein echter Kraftakt
(cnf). Gelungener Saisoneinstand für die Gießen Pointers - und für ihren neuen Headcoach Tobias Bender: Am ersten Spieltag der 1. Basketball-Regionalliga Südwest setzten sich die Mittelhessen nach einem wilden Auf und Ab beim VfL Bensheim mit 77:74 (67:67) nach Verlängerung durch. Zur Pause noch mit elf Zählern hinten (22:33), drehte Gießen die Partie nach dem Seitenwechsel, ließ die Gastgeber dennoch wieder herankommen - und entschied die Overtime dank starker Moral für sich.
Die Lahnstädter starteten fokussiert in die Partie und lagen nach fünf Minuten knapp mit 7:5 vorn. Bis zum Viertelende entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, den die Gäste knapp mit 16:15 (10.) für sich entschieden. Doch im zweiten Abschnitt verloren die Pointers völlig den Rhythmus: Bensheim nutzte die Ballverluste eiskalt aus, traf hochprozentig und zog bis zur 15. Minute auf 24:19 und anschließend bis zur Halbzeit auf 33:22 (20.) davon. »Offensiv haben wir einfach schlechte Entscheidungen getroffen und so auch leichte Dinger verlegt«, bilanzierte Bender selbstkritisch.
Nach dem Seitenwechsel folgte die Antwort: Mit einem Lauf verkürzte Gießen bis Minute 25 auf 38:39 und übernahm in dieser Phase die Kontrolle. Das dritte Viertel ging mit 26:16 klar an die Gäste aus Gießen (50:48, 30.). »Wir haben Bensheim dann auch wirklich dominiert«, sagte Bender. Vor allem defensiv war die Steigerung seines Teams deutlich spürbar.
Doch die Hausherren gaben sich nicht geschlagen. Über Julius Kraus (14 Punkte) und Tilman Isensee (10 Rebounds) kam der VfL zurück. Mitte des letzten Viertels lagen die Pointers, die nun wieder unkonzenzentrierter agierten, was teils aber auch an einer sehr schmalen Roatation lag, mit 53:57 (35.) zurück, schafften aber noch rechtzeitig ihr Comeback und erzwangen einen ausgeglichene 67:67-Zwischenstand (40.) nach Ablauf der regulären Spielzeit.
In der Verlängerung (10:7) bewiesen die Gäste Moral. Vor allem Pointers-Neuzugang Finn Mohl (20 Punkte, 8 Rebounds) hielt dagegen, aber unter anderem auch Oscar Wolter (24 Punkte, darunter vier Dreier) wusste zu glänzen. »Da haben wir eine tolle Moral gezeigt. Das war wirklich eine Teamleistung. Es war schön anzusehen, wie sich die Jungs gegenseitig unterstützt und aufgebaut haben. Das war ein Arbeitssieg zum Auftakt, aber wir sind glücklich darüber - eine Moralleistung von jedem Einzelnen«, so Bender.
Neben Wolter und Mohl punkteten Kai Müsse (10) und Nejc Tevzic (5, dazu 7 Rebounds und 3 Assists) nennenswert. Wichtig war zudem, dass die Pointers nach der Pause Bensheims Distanzschützen besser kontrollierten (nur 7/24 Dreier). Defizite blieben aber bei der eigenen Wurfquote (37,5 Prozent aus dem Feld, 64,3 Prozent von der Freiwurflinie).
Das Fazit: Der 77:74-Erfolg nach Verlängerung war ein echter Kraftakt - und zugleich der Beweis, dass die junge, neu formierte Mannschaft Gießener schon früh in der Saison Widerstände überwinden kann. Bender betonte, dass man noch viel Arbeit vor sich habe - Selbstbewusstsein ist aber erst einmal getankt.
Gießen Pointers: Wolter (24/4), Mohl (20/6), K. Müsse (10), Tevzic (5), L. Müsse (2), Hadas, Al Horda, Yildiz.















