Pointers belohnen sich nicht

»Ich habe die ganze Zeit drauf hingewiesen, dass Rouven irgendwann treffen wird und wir ihm weiterhin auf den Füßen stehen müssen. Trotzdem hat er das Spiel dann entschieden. Es gibt in der Liga kaum Spieler mit seiner Klasse«, beschrieb Pointers-Coach Daniel Dörr unmittelbar nach Spielschluss den Hauptunterschied in der Partie seiner Basketballer der Gießen Pointers gegen den Tabellendritten der Regionalliga Südwest aus Karlsruhe. Dieser setzte sich am Ende einer spannenden und unterhaltsamen Partie mit 94:85 (46:50) durch, was vor allem am ehemaligen 46ers-Akteur Rouven Roessler lag, der zunächst überhaupt kein Wurfglück hatte, nur um dann mit drei Dreiern in der Crunchtime die Weichen für seine Farben auf Auswärtssieg zu stellen.

»Irgendwann fällt dann eben doch mal was rein«, sagt Roessler, der sich nach der Partie noch lange mit einigen 46ers-Fans unterhielt, die ihrem einstigen Fanliebling einen Besuch abstatteten. Darüber freute sich Roessler, der letztlich auf 24 Punkte kam, sichtlich und geriet schnell ins Schwärmen über die gemeinsame Zeit in Gießen, insbesondere sein »Gamewinner« in Frankfurt war allen noch sehr präsent.

Zuvor sahen die Zuschauer in der Halle der Theodor-Litt-Schule eine spannende Partie, in der die Pointers gegen eines der Topteams der Liga einmal mehr eine couragierte Leistung zeigten. Die Dörr-Auswahl legte schönen Teambasketball aufs Parkett, und so entwickelte sich im ersten Viertel ein munterer Schlagabtausch mit einigen Führungswechseln, der letztlich mit einem 27:27-Gleichstand endete. Die Anfangsphase des zweiten Viertels gehörte den Gästen, die sich bis auf 39:31 absetzten, doch die Mittelhessen schlugen zurück. Chris Kenntemich und Lucas Mayer stellten mit zwei Dreiern den Anschluss her, ehe Julian Reinwald von der Freiwurflinie den 42:42-Ausgleich markierte. Durch Zähler von Mayer und Chris Miller konnten die Pointers sogar mit einer 50:46-Führung in die Pause gehen.

Die Wizards schlossen nach dem Wechsel jedoch schnell wieder auf, sodass es ein Kopf-an-Kopf-Rennen blieb. Die Führung wechselte munter hin und her, ehe Routinier Zeljko Pavlovic mit einem Dreier den 68:66-Zwischenstand nach 30 Minuten besorgte. Auch im letzten Abschnitt gab keine Mannschaft klein bei, ehe Roessler aus der Distanz die Zähler von Tobias Gansel konterte und die 78:76-Führung für seine Farben zurückholte. Dies blieb zugleich der letzte Führungswechsel. Spätestens mit seinem Dreier zum 90:80 hatte Roessler die Entscheidung herbeigeführt.

»Es ist wirklich ärgerlich, dass wir wieder gut gespielt haben und einer Topmannschaft alles abverlangt haben – und dann hat es am Ende trotzdem wieder nicht gereicht. Das ist wirklich schade und überwiegt momentan die Freude über ein eigentlich echt gutes Spiel von uns«, sagte Dörr.

Gießen: Airosius (5), Mayer (14, 8 Assists), Schäfer (2), Miller (20, 7 Assists), Pavlovic (5), Kenntemich (10), Reinwald (11), Gansel (8), Rotaru (2), Henke, Klisura (8)

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