Kai Müsse glänzt mit 30 Punkten für die Gießen Pointers
Der 19-Jährige Kai Müsse traf zuvor auch in der ProA für die 46ers. Seine Entwicklung zeigt den Erfolg der regionalen Nachwuchsförderung in Gießen.
30 Punkte, elf Rebounds und eine Trefferquote von über 65 Prozent aus dem Feld – der Auftritt von Kai Müsse beim 93:78-Heimsieg der Gießen Pointers gegen den VfL Bensheim war dominant, reif und spielentscheidend. Der 19-Jährige prägte die Partie unter den Körben wie kein Zweiter und hatte maßgeblichen Anteil am sechsten Sieg der Pointers in Folge. Die Auszeichnung zum Sportler der Woche ist damit folgerichtig.
Ich möchte einfach das Beste aus mir herausholen.
Kai Müsse
Pointers-Headcoach Tobias Bender zeigte sich nach der Begegnung beeindruckt – und ordnete Müsses Entwicklung grundsätzlich ein: „Was Kai gegen Bensheim gezeigt hat, war natürlich phänomenal. Er wird auch von unseren Guards super eingesetzt und ist unter dem Brett wirklich sehr vielseitig geworden, außerdem hat er diese Saison einen sehr soliden Schuss entwickelt. Er hat sich zu einem modernen Center entwickelt.“
Anerkennend und zufrieden ergänzt der Übungsleiter: „Seine Entwicklung ist ein Spiegelbild der Kooperation zwischen den 46ers, der Akademie und den Pointers. Wir sind in der Region auf einem guten Weg, junge Talente auszubilden und das zeigt Kai, der selbst erst seit vier Jahren Basketball spielt. In Zukunft wollen wir natürlich noch mehr solche Spieler hervorbringen, um auch wieder echte Gießener Traditionsfiguren zu schaffen, die sich mit der Region identifizieren.“
Geboren am 4. Juli 2006, aufgewachsen in Dillenburg, kam Müsse über den TV Dillenburg zum Basketball und wechselte 2022 nach Gießen. Dort durchlief der heute 2,00 Meter große Big Man die Nachwuchsstrukturen der BBA Gießen 46ers, spielte NBBL und 2. Regionalliga und schaffte in der vergangenen Saison den Sprung in den ProA-Kader der Gießen 46ers. Inzwischen besitzt er seinen ersten Profivertrag, steht regelmäßig im 46ers-ProA-Kader, trainiert hier auch mit, und sammelt parallel und seit vergangenem Sommer bei den Pointers wichtige Spielpraxis auf hohem 1. Regionalliga-Niveau.
Seinen starken Auftritt gegen Bensheim bewertet Müsse selbst sachlich: „Das war natürlich super, das war meine bislang beste Saisonleistung. Der Sieg ist natürlich das Wichtigste, aber es ist schön, eine gute Performance zu haben mit guten Werten. Die Mitspieler haben mich aber auch super in Szene gesetzt, wenn sie konnten.“
Nach Startschwierigkeiten zum Rundenstart habe sich das Team zunehmend gefunden. „Am Anfang mussten wir uns erstmal finden. Wir hatten auch viele Verletzungen, das war schade. Bei den Pointers ist aber eine super Stimmung, man trifft sich auch immer mal danach, geht was essen. Mein Bruder ist auch dabei – das passt perfekt.“ Gemeint ist Lars Müsse, der ebenfalls zum Kader gehört.
Sportlich schätzt Kai Müsse das Niveau der 1. Regionalliga hoch ein: „Es ist auf jeden Fall im Vergleich zur 2. Regio ein riesiger Sprung – mehr Bewegung im Spiel, mehr Pässe, es ist physischer. Das macht mir persönlich auch Spaß zu spielen. Es gibt auf jeden Fall starke Leute, es macht Spaß, sich da auch auszupowern.“
Gefördert fühlt er sich auf allen Ebenen. „Letzte Saison haben mich die NBBL-Trainer gut gefördert, auch Frenki Ignjatovic in der ProA. Das Training ist super wichtig, um sich zu verbessern. Auch Tobias Bender ist ein super Typ, da macht es einfach Spaß, für die zu spielen.“ Auch ein Blick auf die Zahlen unterstreicht Müsses Bedeutung: Mit 204 Punkten in 14 Spielen ist er aktuell bester Scorer der Pointers (14,6 Punkte im Schnitt) und zugleich zweitbester Rebounder (6,7 im Schnitt) des Teams. Gegen Bensheim verwandelte er 9 von 13 Zweipunktwürfen, traf zudem sicher von der Linie – Effizienz durch Konsequenz.
Abseits des Parketts studiert Müsse an der JLU Gießen Lehramt (Sport und Geschichte). Seine Ziele formuliert er bewusst bodenständig: „Ich will einfach das Beste aus mir herausholen. Wenn man dann noch Spaß hat am Basketball, die Zeit genießt – dann wäre das perfekt.“ Sein Idol: NBA-Star Kevin Durant (Housten Rockets).
Sein größter Antrieb bleibt jedoch familiär. „Mein Ziel war früher immer, so gut zu sein wie mein Bruder. Ohne ihn hätte ich in Dillenburg gar nicht angefangen, Basketball zu spielen oder wäre nach Gießen gekommen.“ Kai Müsse steht damit exemplarisch für einen Weg, der Leistung, Entwicklung und regionale Verwurzelung verbindet – und genau deshalb ist er in dieser Woche der Sportler der Woche.














