Aufstiegsmärchen in drei Akten

(sks). Die Gießen Pointers krönten sich vor zwei Wochen zum Meister der Basketball-Regionalliga. Headcoach Daniel Dörr erinnert sich an den Verlauf einer wendungsreichen Saison, die begeisterte.

Im Sommer und Herbst dachte bei den Pointers niemand an die Chance einer Rückkehr in den Profi-Basketball. »Wir wollten erstmal nur die Liga halten und die Leute im Team für höhere Aufgaben vorbereiten«, erinnert sich Dörr, der das Traineramt gemeinsam mit Dejan Kostic ausübt - rückblickend ein erster Glücksfall für den späteren Meister.

Dann kam es zu zwei spektakulären Personalentscheidungen in der Frühphase der Spielzeit. Zunächst lotste man den ehemaligen BBL-Spieler (Bonn, Gießen) Benjamin Lischka zurück zum Team. Grund dafür war eine berufliche Neuausrichtung des Forwards, der sich in der Liga aber erst zurechtfinden musste. Auch dieses Experiment glückte: »Er hätte locker 25 Punkte pro Spiele machen können«, erklärt Dörr. Viel lieber habe sich Lischka aber in den Dienst der Mannschaft gestellt und das gemacht, was am jeweiligen Spieltag nötig war: »Auf dem Spielfeld habe ich ihn immer nur absolut positiv erlebt.«

Hinzu kam, dass Chris Kenntemich seine Entscheidung, den Ball ruhen zu lassen, revidierte. »Da haben wir gemerkt, dass wir gemeinsam mit den jungen Spielern Potenzial haben«, erklärt Dörr. Folgerichtig starteten die Lahnstädter mit drei Siegen in die Saison. Zu diesem Zeitpunkt habe man an einen guten Mittelfeldplatz geglaubt, so Coach Dörr weiter. Das aber war nur der erste Akt.

Was folgte, war eine Schwächephase im Herbst. Vier Niederlagen aus fünf Spielen sorgten bei den Pointers für Frust. »Entscheidend war aber, dass wir uns bis zur Winterpause wieder gefangen haben. Wir waren plötzlich besser als erwartet«, erinnert sich der Basketballlehrer. Um Weihnachten reifte die Idee, die Saisonziele höher zu stecken. Das Trainergespann gab die Losung aus, in der Rückrunde nur maximal zwei Spiele verlieren zu wollen.

Eine Siegesserie um den Jahreswechsel, die bis in den Februar anhalten sollte, brachte die finale Wende: Als man Tabellenführer Stuttgart mit 109:64 aus der heimischen Grimm-Halle schoss, wuchs das Selbstvertrauen. »Da haben wir gemerkt, dass etwas gehen könnte und darüber auch mit den Jungs gesprochen.« Die Nerven halten: Eine Niederlage in Kronberg blieb einziger Ausrutscher in einer ansonsten fehlerfreien Performance, die schließlich im Aufstieg nach dem Sieg in Kaiserslautern kulminierte.

Variable Defense, offensives Tempo, Trainer-Harmonie

Für den Erfolg führt Dörr drei Hauptgründe an. Erstens sei die Defensive sehr variabel. Akteure wie Lischka, Robin Njie, der theoretisch alle Position verteidigen kann, sowie Energizer wie Fritz Rostek und David Wiegard hätten den Unterschied gemacht. Die gute Mixtur mit vielen hungrigen Nachwuchsspielern habe zweitens für viel offensives Tempo gesorgt. »Man kann nicht genug betonen, was für einen tollen Schritt sie gemacht haben«, lobt Dörr. Exemplarisch stellt er dabei Karl Maruschka hervor, der als Rotationsspieler eingeplant war - und die Saison als Leistungsträger abschloss. Doch das Lob gelte für viele aus dem Meisterkader: »Man konnte ihnen wöchentlich zusehen, wie sie besser wurden.«

Drittens nennt Dörr die Harmonie an der Seitenlinie - und erklärt die Rollenverteilung, bei der Kostic meist den analytischen Part im Hintergrund erledigt. »Er hat ein Auge für Details, das mir noch fehlt«, sagt Dörr über den passionierten Schachspieler, der Basketball mit der strategischen Präzision des königlichen Spiels angeht.

Nach dem Dreiakter mit Happy End ist es für Dörr keine Frage, wie es mit den Pointers weitergeht: »Wir werden da hochgehen«, sagt der Coach mit Blick auf die Pro B. »Alles andere wird zwischen den Parteien besprochen werden müssen«, erklärt er unter Verweis auf die Gießen 46ers, die mit den Rackelos ebenfalls eine Pro-B-Lizenz halten. Er selbst habe durchaus Interesse, auch in der dritten Liga Coach zu bleiben. Derzeit liefen die Vertragsverhandlungen aber noch.

An Sponsorenunterstützung jedenfalls dürfte es nicht mangeln. Christiane Roth vom Namensponsor Roth Energie hält den »Laden am Laufen. Aber auch andere sind hervorzuheben«, nennt Dörr World-of-Fitness-Geschäftsführer Sebastian Szymanski, bei dem die Pointers stets kostenlos trainieren konnten. Lagerverkauf Freilinger stiftete den Fanbus, der dafür sorgte, dass die Mittelhessen ihren Aufstieg auswärts mit vielen Fans feiern konnten.

So viel jedenfalls steht fest: Auf Basketball-Gießen warten spannende Sommermonate - und auf die Gießen Pointers eine Pro-B-Rückkehr nach zehnjähriger Abstinenz.

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