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Basketballer spalten sich vom VfB 1900 Gießen ab

Der einst so große VfB 1900 Gießen schrumpft weiter. Nachdem sich die Fußballer vom Verein abgelöst haben, spalten sich nun auch die Basketballer ab, bleiben aber unter dem Schirm des Stammvereins. Ab der neuen Saison 2018/19 firmieren die Korbjäger unter Gießen Pointers Basketball.

Die Abspaltung vom Stammverein beschloss am späten Mittwochabend die Mitgliederversammlung der Basketballer unter der Regie des Abteilungsleiters Horst Wiegard einstimmig. »Die Spielberechtigung aller Mannschaften wird geschlossen auf den neuen Verein Gießen Pointers Basketball übertragen. Das heißt aber nicht, dass die Abteilung beim VfB 1900 Gießen wie bei den Fußballern aufgelöst wird, sondern sie bleibt bestehen«, erklärte Günter Sikorski. »Wir wollen den VfB nicht killen.« Sikorski fungiert beim Gießener Traditionsverein in einer Doppelfunktion: einerseits als Vorstandssprecher des Gesamtvereins, andererseits als Geschäftsführer der Basketballer.

Der neue Verein Gießen Pointers Basketball wurde bereits im Januar dieses Jahres gegründet, was aber nicht publik gemacht wurde. Er übernimmt nun die Spielberechtigung. Das sei alles mit dem Hessischen Basketball-Verband im Vorfeld geklärt worden. »Man kann natürlich auch weiterhin Mitglied beim VfB-Basketball bleiben, das werde ich auch tun, oder man kann sich abmelden und zu den Gießen Pointers Basketball wechseln«, so Sikorski weiter.

Die Gründe für diesen Schritt liegen für Sikorski auf der Hand: wirtschaftliche Eigenständigkeit und keine Haftung für Altlasten des Stammvereins. »Unsere Maßnahme hat was mit den Fußballern zu tun, weil sie den Verein in der Vergangenheit immer wieder in finanzielle Schwierigkeiten gebracht haben. Das Sponsoring war für uns Basketballer durch den Fußball belastet. Das war für uns immer ein Hemmschuh«, konstatiert Sikorski.

Es sei zwar bei der Abtrennung der Fußballer eine Vereinbarung mit dem SC Watzenborn-Steinberg und Jörg Fischer getroffen worden, dass die Verbindlichkeiten übernommen werden. »Aber noch haben wir sie – die Verbindlichkeiten«, sagt Sikorski. Die Fußballer lösen sich erst zum 30. Juni auf.

Sikorski erwartet, dass noch weitere Zahlungsverpflichtungen auf den Gesamtverein zukommen werden. Er verweist in diesem Zusammenhang zum Beispiel auf die aktuell laufende Überprüfung durch die Rentenversicherungen. Sikorski geht davon aus, dass durch sie noch Forderungen an den Gesamtverein herangetragen werden. Diese resultierten aus dem Fußball. »Wir wirtschaften im Basketballbereich immer ohne Schulden. Und deshalb wollen wir nicht reingezogen werden«, so Sikorski, demzufolge die Basketballer nicht für etwaige weitere finanzielle oder sozialversicherungsrelevante Versäumnisse der Fußballer aufkommen wollen.

Der Etat für die neue Saison steht bei den Gießen Pointers. Immerhin sind sie mit drei Teams aufgestiegen. Die erste Mannschaft sogar in die 1. Regionalliga, auch wenn diesbezüglich noch der offizielle Bescheid fehlt. Zudem müssen sie vier Jugendmannschaften stellen, die bisher in Kooperation mit dem BBLZ Mittelhessen agieren.

Der Gesamtverein VfB 1900 Gießen blutet somit weiter aus. Die Kernsportarten Fußball, Basketball, Handball und Leichtathletik, die ihn einst groß gemacht haben, sind in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr vorhanden. Der VfB 1900 Gießen beheimatet im Breitensportbereich nur noch Boxen und Gymnastik.

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