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17. Spieltag - Vorbericht |
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Freitag, 20. Januar 2012 |
Pointers klarer Außenseiter gegen Rhöndorf
Die Bilanz der VfB Giessen Pointers in der Pro B war in den letzten Wochen äußerst
ernüchternd – vor allem, weil die einstige Stärke der Mittelhessen, die variablen und sicheren
Defensivsysteme, unlängst den alten Glanz verloren haben zu scheint. Gleich zweimal über
100 Gegenpunkte kassierten die Pointers in den beiden diesjährigen Begegnungen, was
logischerweise zu den Niederlagen elf und zwölf in Serie führte. Entsprechend hätte das Team
ein Erfolgserlebnis dringend nötig, doch inwiefern das im kommenden Spiel möglich ist, ist
sehr fraglich: Denn mit den Rhöndorf Dragons kommt eine der besten Mannschaften der Liga
in die Osthalle (So. 17.30 Uhr).
„Meiner Meinung nach ist Rhöndorf sogar die beste Mannschaft, gegen die wir in dieser
Saison gespielt haben“, erinnert sich Pointers-Trainer Dejan Kostic an die klare 70:93-
Niederlage aus der Hinrunde. Der ehemalige Bundesligist aus Bad Honnef, der vor acht
Jahren von Michael Koch trainiert wurde, glänzt mit einer starken Offensive und gewann
fünf seiner sechs letzten Spiele. Unter anderem wurden hierbei die Topmannschaften Gotha
und Leipzig zu Drachenfutter. Allerdings taten sich die Dragons in ihren beiden diesjährigen
Begegnungen deutlich schwerer als vor der Winterpause, und das ausgerechnet gegen
Außenseiterteams. So gelang es Frankfurt II, Rhöndorf zu schlagen, und auch Weißenhorn
stand kurz vor derselben Überraschung und musste sich nur knapp beugen. Aber auch mit
diesen beiden eher schwächeren Spielen im Rücken kommt der Gast als klarer Favorit nach
Gießen.
Das Spiel der Mannschaft aus dem 2000-Einwohner-Örtchen zeichnet sich vor allem durch
Fastbreaks und durch eine enorm starke Dreierquote – die beste der Liga – aus. Fleißigste
Punktesammler sind die Guards Stuart Turnbull und Nick Larsen, die gemeinsam auf 32
Punkte und 9,2 Assists pro Begegnung kommen. Die wichtigste Anspielstation des Kanadiers
Turnbull und des oft komplett durchspielenden Kapitäns Larsen ist auf den Flügeln der US-
Amerikaner Earnest Jones, der sich mit Bilanzen von 12,2 Zählern und 5,8 Rebounds je Spiel
empfiehlt. Weitere wichtige Flügelspieler sind der Lette Edmunds Tukiss und die beiden erst
19-jährigen Deutschen Florian Koch und Tim Kasper, von denen Koch per Doppellizenz in
der Bundesliga für Bonn spielt. Routine und vor allem Masse bringt zudem der 35-jährige
Center-Hüne Marco Leschek mit in die Partie.
Aber trotz der schlechten Vorzeichen der eigenen Formschwäche und der zu erwartenden
Stärke des Gegners gilt für die Pointers: „Man darf nicht jammern, sondern es muss
weitergehen. In der Offensive hatten wir gegen Hanau auch gute Aktionen, aber in der
Defensive müssen wir eine Schippe drauflegen“, möchte Kostic die Erkenntnisse aus dem
Hanau-Spiel positiv nutzen. So ist beispielsweise darauf zu hoffen, dass der letzte Woche
zu seinem Debüt gekommene Amerikaner Jarrel Smith mittlerweile ein bisschen besser im
Team angekommen ist und die VfB-Systeme rasch erlernt. Auch in diesem Bereich haben die
NRWler klare Vorteile, denn im Gegensatz zu den Mittelhessen spielen sie seit Saisonbeginn
mit unverändertem Kader und konnten sich somit längst als Team finden.
Ein Gießener Sieg gegen diesen Favoriten wäre also in jedem Fall eine Riesenüberraschung,
aber ungeachtet des Resultats Sieg/Niederlage gilt für den VfB um Trainer Kostic gerade
mit Hinblick auf die noch ausstehenden Spiele vor allem: „Wir müssen aus unseren
Möglichkeiten etwas machen und unseren Rhythmus finden.“
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