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10. Spieltag - Vorbericht |
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Freitag, 18. November 2011 |
Tabellenführer gibt Visitenkarte in Gießen ab
Einen hochkarätigen Gegner erwarten die VfB Giessen Pointers am zehnten Spieltag der
Pro B, denn am Sonntag (17.30 Uhr) stellt sich Tabellenführer BG Bitterfeld-Sandersdorf-
Wolfen in der Osthalle vor. Dieser unterlag zwar in der Vorwoche überraschend gegen den
TSV Tröster Breitengüßbach, doch davor gewann die Mannschaft aus Sachsen-Anhalt sieben
Spiele am Stück. Dass die BSW Sixers mit so einer Bilanz im Rücken klarer Favorit bei den
zuletzt fünfmal unterlegenen Pointers sind, versteht sich von selbst.
„Das ist eigentlich eine Pro-A-Mannschaft. Was die für Spieler verpflichten konnten, ist
der Hammer“, zollt Pointers-Trainer Dejan Kostic der erfolgreichsten Mannschaft der Liga
Respekt. „Die stehen zurecht an der Spitze und spielen unglaublich flexibel, sind schnelle
Fastbreaker und gute Shooter. Fakt ist, dass wir gegen so ein Team absoluter Außenseiter
sind. Für unsere Moral ist es nicht gut, ständig einen auf den Deckel zu bekommen, aber was
bleibt uns anderes übrig als zu kämpfen“, weiß Kostic, dass man mit einer Übermannschaft
wie Sandersdorf nur mit einem Mittel mithalten kann: Kämpfen bis zur letzten Sekunde und
keinen Ball aufgeben.
Denn statistisch gesehen sollte die Mannschaft aus der ehemaligen Industriestadt, nach der
sogar das Bitterfeldsyndrom benannt ist (bezeichnet industriebedingte Bodenbelastung), keine
Probleme mit einem Team wie dem VfB bekommen, denn zu den Sandersdorfer „Opfern“
gehörten bis jetzt bereits namhafte Aufstiegskandidaten wie Gotha, Leipzig und Nördlingen,
die eine enorm hohe Qualität im Kader haben. Vor allem die Verteidigung der Ostdeutschen
ist der Grundstein für die Erfolge, denn die niedrige Anzahl an Gegenpunkten ist
hauptsächlich den sicheren Blocks und den meisten Defensivrebounds aller Teams zu
verdanken. Väter des Erfolgs unter den Körben sind vor allem drei jeweils 2,06 m große
Akteure: Die Amerikaner Aaron Fleetwood und Ryan McLemore sowie Nachwuchsspieler
Dennis Langer. So ist der ehemalige Bundesligaspieler Fleetwood mit 9,3 Rebounds der
zweitbeste Reboundsammler des Südens, der außerdem auf 15,9 Punkte pro Spiel kommt.
Auf den großen Positionen hat Trainer Stephen Arigbabu zudem den 2,01 m großen
Flügelspieler Frieder Diestelhorst zur Verfügung, der mit 13,3 Punkten und 4,9 Rebounds
beweist, dass er sein Handwerk beherrscht. Einziger Spieler, der sogar noch mehr punktet als
Fleetwood und Diestelhorst, ist Guard Sascha Ahnsehl mit 17,7 Punkten bei 3,7 Assists und
3,8 Rebounds. Den Einsatz auf den kleinen Positionen teilt sich Ahnsehl mit seinem Bruder
Stefan, mit Matthias Hart und seit kurzem auch mit dem ehemaligen Licher Willis Gardner.
Dieser erhielt in der letzten Saison noch eine Auszeichnung als Spieler des Monats, der ein
Spiel im Alleingang entscheiden konnte und trotz seiner selbstlosen 5,6 Assists sogar auf 17,7
Punkte pro Spiel kam. Vor allem von jenseits der Dreierlinie zeigte sich der mit viel Übersicht
spielende Gardner schlagkräftig.
Keine rosigen Aussichten also für Gießen, das schon die ganze Saison über ein Problem
auf der Aufbauposition hat, und das seit kurzem auf der Centerposition auf Oliver Biallas
verzichten muss. Als Ersatz sprang in der Vorwoche Sebastian Rotaru aus der zweiten
Mannschaft ein, der eventuell auch gegen Sandersdorf wieder aushelfen wird. Keine
optimistisch stimmenden Aussichten also für Gießen, das letzte Woche aber zumindest
eine Halbzeit lang gegen Gotha bewies, dass es mit den ganz Großen durchaus mitzuhalten
vermag.
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