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Donnerstag, 10. November 2011 |
Gießen geht geschwächt in das Duell mit Aufstiegskandidat Gotha
An Erfolgen gemessen befinden sich die VfB Giessen Pointers in der Pro B derzeit auf
Talfahrt, nachdem sich die Mittelhessen in der letzten Woche im Vier-Punkte-Spiel gegen den
zuvor punktgleichen TSV Tröster Breitengüßbach geschlagen geben mussten. Damit wuchs
auch der Rückstand auf die Playoff-Plätze auf bereits zwei Siege an. Entsprechend kommen
die als Aufstiegskandidat in die Saison gestarteten Oettinger Rockets Gotha als klarer Favorit
zum Gießener Heimspiel in die Osthalle (So., 17.30 Uhr).
Schwierigkeiten bereitet den Gastgebern zudem die Trainingssituation, denn aufgrund
von Verletzungen und Doppelbelastungen konnten die Pointers in dieser Woche ihre
Trainingseinheiten teilweise nur zu sechst beenden. Einer der Ausfälle ist Center Oliver
Biallas (Wasser im Sprunggelenk), der für zwei Wochen nicht einsetzbar sein wird. Dies
ist vor allem vor dem Spiel gegen Gotha ein schmerzlicher Verlust, denn die Thüringer
sind die zweitbesten Reboundsammler des Liga und schnappen sich unter den Brettern
durchschnittlich 38,8 Abpraller pro Partie. Hauptgaranten für diese Bilanz sind der 2,08 m
große Leo Niebuhr und der 2,04 m große Amerikaner Tovoris Baker. So kommt der letztes
Jahr mit Würzburg in die Bundesliga aufgestiegene Baker auf stattliche 9,3 Rebounds neben
seinen 11,4 Punkten pro Spiel, beim letztes Jahr noch in der Bundesliga spielenden Niebuhr
sind es 5,6 Rebounds zu seinen üppigen 15,6 Punkten. Auch der amerikanische Forward
Marcus Monk schlug mit 16,4 Punkten bei einer respektablen Trefferquote von 74 Prozent
und 7,6 Rebounds voll ein; er erhält auf den Flügeln Unterstützung von Albert Kuppe, der
im letzten Spiel allerdings angeschlagen pausieren musste. Der zwei Meter große Kuppe
kommt auf einen Schnitt von 13,7 Zählern, was verdeutlicht, dass die Scorer-Aufgaben in
Gotha gleichmäßig auf gleich mehrere Schultern verteilt sind. Auf den Guard-Positionen hat
die Mannschaft mit dem Fernziel Bundesliga die Dienste eines schlagkräftigen Quartetts zur
Verfügung; hier übernehmen die Pointguards Konstantin Klein und Dmitrj Kreis sowie die
Shootingguards David Watson und Tim Jarmusz mit Erfolg die Verantwortung. Vor allem
aus der Distanz macht Gotha seinem Namen alle Ehre und schenkt seinen Gegnern von der
Dreierlinie so viele Raketen ein wie kein anderes Team der Liga. Selbst mit einem jungen
Trainer wie Marko Simic, der erst 24 Jahre alt ist, hat sich das Team aus der vor 1500 Jahren
vom ostgotischen König Theoderich der Große gegründeten Stadt fest in der Spitze der Pro B
festgesetzt und erst zweimal das Feld als Verlierer verlassen müssen.
„Uns fehlt es derzeit an Selbstvertrauen, denn wir hatten sogar trotz guter Leistungen
enttäuschende Ergebnisse. Und mit Gotha kommt ein Brocken, der kompletter Favorit ist.
Aber da können wir nicht verlieren“, weiß Pointers-Trainer Dejan Kostic, dass zumindest
kein Druck auf dem Außenseiter lastet. Eine Niederlage gegen einen derart starken
Aufstiegsaspiranten wäre schließlich kein Weltuntergang für den VfB. Doch auch ein
angeschlagener Gegner wie die Pointers sollten nie unterschätzt werden; diese bewiesen in
der Vergangenheit schließlich oft genug – es sei an die Playoff-Sensationen des letzten Jahres
erinnert –, dass sie sich zu enormen Leistungen pushen können.
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