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Playoffs - Runde1/Spiel2 - Vorbericht |
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Freitag, 11. März 2011 |
Gießen kann die Überraschung perfekt machen
Für Verblüffung in ganz Basketball-Deutschland sorgten am vergangenen Wochenende die
VfB 1900 Gießen Pointers im ersten Achtelfinalspiel der Pro-B-Playoffs, als sie als klarer
Außenseiter, der als Achter der Südgruppe nur haarscharf in die Aufstiegsrunde gerutscht
war, beim Nordmeister Schwelmer Baskets mit 83:81 siegten. Entsprechend haben die
Mittelhessen nun in der heimischen Osthalle (Sonntag 17.30 Uhr) den ersten Matchball,
um die Best-of-Three-Serie zu gewinnen und damit die Sensation perfekt zu machen.
Zusätzlichen Ansporn gibt es durch die Aussicht auf das Viertelfinalderby mit dem Nachbarn
Licher BasketBären – bereits in der Punktrunde lockten beide Derbys mit den Lichern
rund 2000 Zuschauer in die mittelhessischen Hallen. Als möglicher dritter Termin im Falle
eines Schwelmer Sieges ist der Dienstag eingetragen; dann hätten wieder die Baskets das
Heimrecht.
Aber ob Schwelm sich noch einmal vom Underdog schlagen lässt oder ob die Baskets
nun die Reaktion eines gereizten Bienenschwarms zeigen, bleibt abzuwarten: „Für uns ist
jetzt ganz wichtig: Wir müssen nach der Euphorie wieder auf den Boden der Tatsachen
zurückkommen“, möchte Pointers-Trainer Dejan Kostic den Ball flach halten und nicht in
Träumereien verfallen. „Schwelm ist immer noch der Meister Nord und eine supergeile
Truppe. Ich vermute, dass sie inzwischen passende Antworten auf viele Sachen haben, die
wir im Hinspiel gemacht haben“, weiß der Coach, dass es keine Selbstverständlichkeit ist,
einen solchen Geniestreich wie in der Vorwoche einfach so zu wiederholen. Nicht zu Unrecht
holten die Nordrhein-Westfalen die Nordmeisterschaft nach Hause und entschieden auch
sonst so gut wie alle Statistiken (Trefferquoten aus allen Bereichen, absolute Punkte, meiste
Rebounds etc.) für sich.
Großes Plus des ehemaligen Bundesligisten ist die enorme Eingespieltheit der Mannschaft:
Im Gegensatz zu nahezu allen anderen Teams konnten die Baskets die gesamte Saison
ohne Verletzungen, Neuzugänge oder Abgänge mit entsprechend unverändertem Kader
durchspielen und so ein beeindruckendes Verständnis zwischen den Spielern aufbauen. Vor
allem von der Dreierlinie glänzt die beste Offensive der Liga. Hier sorgen die amerikanischen
Guards Jason Holmes und David Bunts ebenso wie Tom Doll für beachtliche Trefferquoten
von über 40 Prozent, und allein die beiden Amerikaner kommen auf durchschnittlich 35
Punkte, zehn Rebounds und acht Assists pro Spiel. Für gutes Inside-Spiel sorgen mit Kristofer
Speier, Julius Dücker, Max Dohmen und Jürgen Malbeck vier zwischen 2,04 und 2,15 Meter
hoch gewachsene Riesen, die Bundesliga- und teilweise sogar Nationalmannschaftserfahrung
vorweisen können. Vor allem der 29-jährige Speier ist in starker Form, wie sein Schnitt
von 16 Punkten und 9,3 Rebounds belegt. Letzte Woche war er mit 25 Punkten und zehn
Rebounds Topscorer gegen Gießen.
Gegen eine Mannschaft solchen Kalibers sind die Pointers trotz des Sieges im Rücken der
Außenseiter, aber bei allem Respekt für den überlegenen Gegner glaubt Kostic an seine
Mannschaft: „Wir haben null Druck – wenn wir eine klitzekleine Chance bekommen,
werden wir diese ausnutzen. Ich würde mir nichts Größeres wünschen als das Duell gegen
Lich“, möchte es der VfB dem Favoriten erneut alles andere als leicht machen. Bei diesem
Unternehmen kann Kostic auch wieder auf Aufbauspieler Till Wosnitza zurückgreifen, der in
der letzten Partie studienbedingt fehlte.
Der Gast hat sich bereits mit zwei Bussen angekündigt – um dagegenzuhalten und genügend
Zuschauerunterstützung zu erfahren, haben sich der VfB und LTi Gießen 46ers zu einer
Aktion zusammengeschlossen: Die Pointers sind am Samstag beim Bundesligaspiel gegen
Tübingen zugegen, um Werbung zu machen, und alle Besucher des 46ers-Spiels erhalten zwei
Euro Ermäßigung auf das Pointers-Spiel.
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