|
|
|
18. Spieltag - Spielbericht |
|
Sonntag, 30. Januar 2011 |
Chance auf Riesenschritt vertan
(lad) Die VfB 1900 Gießen Pointers haben es am Samstagabend um Haaresbreite verpasst,
einen Riesenschritt in Richtung der Playoffs der 2. Basketball-Bundesliga Pro B zu
machen. In einem von der ersten bis zur letzten Minute spannenden und im Defensivbereich
hochklassigen Duell gegen den TSV Tröster Breitengüßbach kassierten die Mittelhessen
zwei Sekunden vor der Schlusssirene einen Dreier zum aus ihrer Sicht äußerst ärgerlichen
57:58 (26:26)-Endstand. Durch die knappe Niederlage verpasste es der VfB, in der Tabelle
punktgleich mit dem Achtplatzierten Gotha zu ziehen, der ebenfalls am Samstag in Langen
verlor.
Möglicher Knackpunkt war die taktische Entscheidung von Pointers-Trainer Dejan Kostic,
beim 57:55 und noch 18 Sekunden Spielzeit nicht auf Nummer sicher zu gehen und den
Gegner sofort zu foulen, damit dieser per Freiwurf maximal zwei Punkte zum eventuellen
Ausgleich bei anschließendem VfB-Ballbesitz erzielen kann, sondern seine Jungs die
Zeit herunterspielen zu lassen. Und dies klappte eben nur 16 Sekunden lang, bis der von
der Dreierlinie sehr sichere Stefan Dinkel auf der rechten Seite den Ball bekam und ihn
nervenstark versenkte. Für einen sinnvollen letzten Gießener Angriff war die restliche
Spielzeit schließlich zu kurz.
„Ich habe so entschieden, weil wir das gesamte Spiel über eine gute Defensive gespielt
haben und erneut eine Freiwurfquote hatten, die uns nicht geholfen hätte. Aber dass dann
so ein wilder Wurf kommt… Vielleicht war diese Taktik ein Fehler“, brachte Kostic zwei
wesentliche Faktoren ein: Tatsächlich glänzte Gießen mit einer variablen Deckung und hielt
den Score des Gegners stets niedrig. So gewannen die 1900er das Rebound-Duell deutlich
mit 43:29 und gewährten den Oberfranken trotz ihrer 2,09 Meter und 2,05 Meter großen Asse
Philipp Neumann und Erik Land gerade einmal zwei Offensiv-Abpraller. Außerdem zwangen
sie den Gast um den abgemeldeten Maurice Stuckey zu 23 Fouls bei nur 18 eigenen und
kamen mit 63 Würfen aus dem Feld und 21 von der Freiwurflinie (gegenüber 45 und 16) zu
wesentlich mehr Chancen. Manko war aber wiederum die Auswertung dieser Chancen, denn
33 Prozent aus dem Feld und wieder nur 62 von der Freiwurflinie sind gegen eine Mannschaft
von Breitengüßbachs Kaliber einfach zu schwach.
Zuvor hatten sich die Hausherren und die mit zahlreichen Doppellizenzlern gespickte
Talentschmiede des deutschen Meisters Bamberg, die trotz des Bundesliga-Spiels am Sonntag
in Bremerhaven in Bestbesetzung antrat, ein lehrbuchreifes Duell in Sachen Verteidigung
geliefert. Während dieses Duells gab es keinen einzigen Blackout eines Teams, so dass
keinerlei Läufe oder hohe Führungen zu vermelden waren. Hatte das erste Viertel mit 14:13
für Gießen geendet, so ging es mit einem 26:26 in die Halbzeitpause und mit einem 46:48 in
das Schlussviertel. Dort schließlich erarbeitete sich Gießen trotz des frühen fünften Fouls (33.
Minute) des reboundstarken Kapitäns Felix Rotaru die besagte Zwei-Punkte-Führung durch
einen Unger-Freiwurf, bevor das Unheil seinen Lauf nahm. „Das ist sehr ärgerlich, denn wir
haben das Spiel dominiert gegen ein Team, das Klasse hat“, war Kostic außer dem Ausgang
eigentlich zufrieden mit der sportlichen Leistung: „Aber die Playoffs scheinen uns nicht zu
wollen.“
VfB 1900 Gießen Pointers: Wosnitza (8/1 Dreier), Barrett (18), Unger (9), Felix Rotaru,
Johnson (15), Zabel, Czepczynski, Pavlovic (5), Sebastian Rotaru (2), Biallas.
TSV Tröster Breitengüßbach: Fuchs (2), Stuckey (7), Neumann (14), Dippold, Land (12/2),
Richter, Schmidt (8/2), Zeis (2), Pavic (2), Hoffmann (2), Dinkel (9/3).
|
|