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Donnerstag, 4. Februar 2010 |
Aufbauspieler der Gießen Pointers
1,76 Meter sind nicht unbedingt eine Körpergröße, die man spontan mit Basketball in Verbindung bringt, aber dennoch wurde er von seinem Trainer unlängst als „Gigant“ auf dem Feld bezeichnet: Till Wosnitza von den VfB 1900 Gießen Pointers. Zu verdanken hat der 22-jährige Aufbauspieler diese Lorbeeren seiner starken Leistungsentwicklung und seiner Präsenz in der Halle. Erst am vergangenen Wochenende legte er ein Glanzspiel beim Meisterschaftskandidaten MTV Stuttgart hin und führte seine Mannschaft zum Sieg, womit diese ihre Vormachtstellung in der Regionalliga untermauerte.
„Ich finde, dass Till momentan der beste Aufbauspieler in Gießen ist“,
bekundet Pointers-Trainer Dejan Kostic und begründet dies wie folgt:
„Er ist menschlich ein toller und intelligenter Kerl, der mit seinem
starken Willen unglaublich lernfähig ist und sehr schnell umsetzen
kann, was man von ihm verlangt. Mit Rolf Scholz und Falko Theilig habe
ich schon andere Talente auf seiner Position trainiert, und selbst die
konnten die Sachen nicht so schnell umsetzen wie Till.“ So benötigte
der in Gießen geborene Licher (der vor zwei Jahren in die
Universitätsstadt zog) laut Einschätzung seines Coachs kaum eine
Eingewöhnungszeit, als er nach dem Rückzug seiner letzten Mannschaft,
dem Regionalligisten TV Lich II, noch während der letzten Saison zum
VfB in die Doppelturnhalle der Liebigschule wechselte. „Mittlerweile
ist er eine Führungspersönlichkeit geworden und auf dem Feld der
absolute Antreiber, von dem wir leben. Erst durch ihn können unsere
Topscorer Felix Rotaru und Zeljko Pavlovic ihr hohes Niveau entfalten“,
freut sich Kostic über das funktionierende Zusammenwirken der
individuellen Pointers-Einzelteile, das sich bislang durch eine
drückende Überlegenheit in der Liga und die Eroberung der
Tabellenführung ausdrückte.
Das gute Klima und der sportliche Erfolg sorgen dafür, dass
Wosnitza sich bei den Pointers rundum wohl fühlt: „Ich bleibe auf jeden
Fall hier; egal, ob wir aufsteigen oder nicht. Mit dem Trainer und der
Mannschaft komme ich sehr gut aus und konnte mir von unseren erfahrenen
Leadern Felix und Zeljko viel abgucken und mich dadurch
weiterentwickeln“, erklärt der Student für gymnasiales Lehramt in den
Fächern Politikwissenschaft und Deutsch, das er zum Sommersemester um
das Fach Sportwissenschaften aufstocken will. Die Meisterschaft
erachtet er für seine aus Routiniers und Nachwuchsspielern gut
gemischte Mannschaft als realistisches Ziel: „Wir haben bis hierhin
gezeigt, dass wir’s können, jetzt wollen wir auch Erster werden“, zieht
der aus Lich stammende Pointguard nach 18 von 30 Spieltagen ein
Zwischenfazit und hätte vor der höheren Liga keine Angst: „Ich denke,
dass ich mich auch in der Pro B durchsetzen könnte.“ Seine sogar für
einen Aufbauspieler geringe Körpergröße erlebt er nicht als Nachteil:
„Natürlich muss ich mir deshalb oft Sprüche anhören und werde von
meinen Gegnern unterschätzt. Man muss halt damit leben, dass es die
weit verbreitete Ansicht ist, dass Basketballer groß sein müssen. Aber
genau das finde ich schön an Basketball; dass es eine Sportart für
Große ist, in der auch Kleine ihre Lücken finden.“ Und genau die findet
Wosnitza, der bereits im Vorschulalter mit dem Basketballspielen
begann, regelmäßig. Vor allem der Einsatz des kleinen Kraftpakets
beeindruckt seinen Trainer Kostic: „Till hat trotz seiner Größe keine
Angst – er geht da hin, wo es weh tut und überrollt seine Gegner.“ So
gelingt ihm seine Aufgabe, das Team auf dem Feld zusammen zu halten und
in der Defensive Impulse zu setzen, völlig, wie man an der mit Abstand
besten Defensivstatistik der gesamten Liga sieht.
Till Wosnitzas schon von Weitem sichtbare Tätowierung am
Oberarm in hebräischer Schrift bedeutet übrigens „Jugendzeit“, mit der
er nach dem Abitur in einen neuen Lebensabschnitt startete. Bleibt ihm
und den Pointers für die nahe Zukunft zu wünschen, dass in Kürze ein
neuer sportlicher Abschnitt beginnen und dieser den Namen Pro B tragen
wird.
Spielerprofil: Till Wosnitza
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